adelige uralte Gesellschaft des Hauses Frauenstein e.V.

Geschichte des Hauses - ausführliche Fassung

(aus den Statuten der adeligen uralten Gesellschaft des Hauses Frauenstein)

Die Gesellschaft Zum Frauenstein wurde von einflussreichen Familien in Frankfurt am Main gegründet. „Aus diesem Jahre (1368) stammt die früheste Nachricht über die Gesellschaft, welche jedoch schon damals die Gesellschaft als eine von alters her bestehende erwähnt“ (siehe Statuten der adeligen uralten Gesellschaft des Hauses Frauenstein § 5). Sie hat sich aus der Stubengesellschaft Zum Salzhaus – in Konkurrenz zu der älteren Gesellschaft Zum Römer (später Alten Limpurg) – entwickelt.

Mit dem Bürgervertrag vom 23. Mai 1613 standen den Mitgliedern der Gesellschaft Sitze im Rat der Stadt der Stadt Frankfurt zu. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein Gewohnheitsrecht für die Frauensteiner, grundsätzlich mit 6 Mitgliedern im Rat vertreten zu sein (Anm.: der Limpurgern standen damals 14 Sitze zu).

Mit dem Ende der Freien Reichsstadt Frankfurt im Jahr 1806 entfielen diese politischen Vorrechte der Gesellschaft.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu Änderungen bezüglich der Gesellschaftsform.

Näheres über Ursprung und Wesen der Gesellschaft Frauenstein, deren Freiheiten, Vorzüge und Gerechtsame enthalten auch die alten Ordnungen und Statuten aus den Jahren 1408, 1435,1444,1499,1609 und 1788.

Anerkennung als Korporation
(aus den Stauten der adeligen uralten Gesellschaft des Hauses Frauenstein)

Schon durch Senatsbeschluss vom 1.Mai 1860 wurde die Gesellschaft Frauenstein als eine von alters her in Frankfurt am Main bestehende und als solche anerkannte Korporation neuerdings ausdrücklich bestätigt (erwähnt in den Statuten der Gesellschaft Frauenstein vom 1.1.1900 § 2).

Während des Deutschen Krieges wurde Frankfurt am Main von Preußen annektiert und verlor 1866 ihre Unabhängigkeit als Stadtstaat und die alten Geschlechter weiter an politischer Bedeutung.

Trost Verlustes der politischen Bedeutung blieben die Verbände unter Fortführung eines Teils ihrer früheren Aufgaben und Pflichten als Korporationen erhalten. (siehe in § 2 der Statuten vom 1.1.1900).

Ab 1933 wurde die Bezeichnung Korporation in privatrechtliche Korporationen geändert.

In der Zeit des sogenannten Dritten Reiches wurden die verschiedenen Stiftungen, die getrennt verwaltet wurden, in eine „Erinnerungsstiftung des Hauses Frauenstein“ zusammengefasst (Beschluss der Mitgliederversammlung vom 2.12. 1940). Aufgabe war es „der deutschen Volksgemeinschaft angehörende Personen durch Spenden zu unterstützen“. Die Verwaltung erfolgte weiter durch die adelige uralte Gesellschaft des Hauses Frauenstein. Für den Fall einer späteren Auflösung der Erinnerungsstiftung wurde vereinbart, dass das Vermögen an die Stadt Frankfurt verfällt, die die Erträgnisse für mildtätige Zwecke zu verwenden hätte. Auf der Jahresversammlung von 1949 berichtete Dr. Berg, dass das Kapital während des NS-Zeit und durch die Folgen des 2. Weltkrieges auf ein Restvermögen von 5.000 DM – 8.000 DM (je nach Quelle) zusammengeschmolzen ist und die Erinnerungsstiftung aufgelöst wurde. Der Betrag wurde in die damalige Jahresabrechnung einbezogen und entsprechend dem Stiftungszweck verteilt.

Die  adelige uralte Gesellschaft des Hauses Frauenstein wird heute als Verein geführt und verwaltet weiterhin Stiftungen.

(wird fortgesetzt)