adelige uralte Gesellschaft des Hauses Frauenstein e.V.

Historische Versammlungsorte der Gesellschaft Frauenstein

Das Salzhaus war einer der ältesten Versammlungsorte der Gesellschaft, am Römerberg in Frankfurt gelegen. Ab 1423 bezog die Gesellschaft ein neues Lokal, das Haus Frauenstein, neben dem Salzhaus gelegen. Die Gesellschaft erwarb das Haus 1444. 1694 wurde das Haus wieder aufgegeben.

Die Gesellschaft zog 1694 in das traditionsreiche Haus großen Braunfels auf dem Liebfrauenberg  um. Es diente davor Kaisern und Fürsten als Herberge. Das Haus wurde um 1350 erbaut und war ein Wohn- und Geschäftshaus und schon früh an „Meßfremde“ (auswärtige Besucher einer Messe) vermietet.

Der Einzug der „Börsch“ (Börse) um 1694 in das Haus ging auch einher mit einer Festigung der Börsenverwaltung. Die Börsenversammlungen fanden dort bis zu Errichtung der Alten Börse im Jahr 1843 statt. Am 22.06.1859  wurde das Haus zum großen Braunfels an die Familien Schwab und Schwarzschild verkauft und umgeschrieben.
(siehe Geschichte der uradeligen Gesellschaft Frauenstein, Seiten 51 ,72, 75 , Verfasser unbekannt)

Das Haus der große Braunfels war also mehr als nur das Versammlungshaus der Gesellschaft. Es war auch der Veranstaltungsort des nach der Berufung Georg Philipp Telemanns zum städtischen Musikdirektor des wöchentlichen stattfindenden großen Concerts. 1712 wurde Telemann von dem Haus Frauenstein angestellt. Dazu Telemann: „Obzwar meine jährliche Besoldung (Stadt Frankfurt) nicht geringe war, so trat ich annoch bei der Hochadeligen Gesellschaft Frauenstein in Dienste, wo ich über den derselben zugehörigen Pallast (dem Braunfeld) welchen die Römischen Kaiser bei dero Wahl und Krönung einzunehmen pflegen, die Aufsicht und zugleich meine Wohnung in solchem bekam“. (siehe Geschichte der uradeligen Gesellschaft Frauenstein, Seiten 45-46 , Verfasser unbekannt)

Das Häuser  Salzhaus und Frauenstein wurden nach einem Bombenangriff 1944 völlig zerstört. Erhalten blieben nur der spätgotische Keller von 1484 und das steinernes Erdgeschoss um 1760 (Barock). Beim Wiederaufbau 1952–1953 wurde nur der äußere Umriss der Häuser gewahrt. Beide Häuser selbst wurden durch eine Stahlbetonkonstruktion mit einander verbunden und im Stil der 1950ziger Jahre errichtet.

Der Frauensteinplatz in Frankfurt wurde nach der Gesellschaft benannt und befindet sich nur wenige Autominuten von der heutigen Verwaltung entfernt.